Der Rhein fliesst noch gar nicht so lange hier durch. Nachdem sich die Gletscher der vorletzten Eiszeit vor etwa 100 000 Jahren weit in die Alpen zurückgezogen hatten, war die Landschaft vollständig verändert. Spuren früherer Eiszeiten waren weitgehend verwischt. Der Rhein floss noch nicht hier durch. Sein Bett war damals im Klettgau: Das grosse weite Tal (nördlich der Küssaburg) von Neuhausen, Wilchingen, Erzingen bis Koblenz. Erst bei Koblenz traf er mit der Thur zusammen, welche das heutige Rheinbett beanspruchte. Während der letzten, der so genannten Würmeiszeit schaffte es der Rheingletscher nochmals bis nach Neuhausen - weiter nicht mehr. Dadurch entstand in Neuhausen ein Moränenhügel, der dem Rhein den weiteren Zutritt ins Klettgau verwehrte. Also blieb ihm keine andere Möglichkeit, als sich über die Felsbarriere, dort wo sich heute der Rheinfall befindet, zu stürzen und das Bett der Thur zu erobern. So fl iesst also der „gute, alte Vater Rhein“ erst seit zirka 12 000 Jahren durch sein heutiges Bett. Eigentlich gar nicht so lange - erdgeschichtlich gesehen!



    Der Biber: Wenn Sie dem Rhein entlang wandern, werden Sie da und dort solche angenagte oder gar gefällte Bäume sehen. Hier war der Biber am Werk. Dieses hoch interessante Nagetier war während rund 200 Jahren in Mitteleuropa ausgerottet. In den 1960er Jahren setzte man allein im Kanton Aargau 50 Biber ein, die aus Norwegen und Südfrankreich importiert wurden. Die von ihm gefällten Bäume werden für den Dammbau sowie als Nahrung verwendet. Da er vorwiegend Weiden und Erlen bevorzugt sind kaum grössere Schäden an Kulturen zu erwarten.


    Die Rostgans: Vor wenigen Jahrzehnten war sie bei uns kaum bekannt. Dann tauchten einige Exemplare am Klingnauer Stausee auf, die sich rapide vermehrten. Heute können wir sie fast überall auf grösseren Gewässern antreffen. In ihrem leuchtend roten Federkleid sind sie auch für Laien gut zu erkennen.




    Die Ringelnatter: Hier am Rhein können wir sie ab und zu antreffen. Ihr leuchtend gelbes Halsband macht uns deutlich darauf aufmerksam, dass wir es mit einer ungiftigen Ringelnatter zu tun haben. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Amphibien, Mäusen und andern Kleintieren. Das Gelege kann aus über zwanzig baumnussgrossen Eiern bestehen und wird meistens auf einem Kompost oder sonst einem Rotthaufen abgelegt. Deren Schale ist unzerbrechlich weich wie Löschpapier. Die Eier werden nach der Ablage dem Schicksal überlassen. Das Ausbrüten geschieht durch die Wärme
    des verrottenden Materials. Die jungen Schlangen sind beim Schlüpfen etwa zehn Zentimeter lang. Nach kurzer "Atempause“ machen sie sich sofort selbständig auf ihren Lebensweg.


    Die Azurjungfer: Viele verschiedene Libellen werden Sie am Rheinufer antreffen. Etwa 15 Arten kommen bei uns vor. Das Bild zeigt ein Azurjungfer-Pärchen bei der Eiablage. Während das Weibchen das Ei im Wasser ablegt, hält das Männchen seine Partnerin fest und steht aufrecht in der Luft. Bei geringster Gefahr fl iegt er weg und nimmt sie mit. Je nach Art leben Libellenlarven einige Wochen, Monate oder gar Jahre im Wasser bis sie schlüpfen. Sie ernähren sich vorwiegend von Mückenlarven und später von Mücken.


    Der Graureiher: Viele Jahre lang wurde er vom Menschen verfolgt, weil dieser ihm seine Fische missgönnte. Dabei sind die Gründe für den Rückgang der Fischbestände vor allem auf die Gewässerverunreinigung, auf Verschlammung der Flüsse wie auch auf Chemikalien im Wasser zurückzuführen. Seit Jahrtausenden ernähren sich die Vögel von Fischen. Aber die Bestände gingen erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Sollte Ihnen mal auf der Wanderung ein schneeweisser Reiher begegnen, haben Sie besonderes Glück. Dann ist es nämlich ein Silberreiher.
    Der Rohrkolben: Eine auffallende, stattliche Erscheinung. Mit seinen zwei bis drei Metern Höhe, seinen schwertartigen Blättern und seinen braunen Kolben kann er unseren Blicken kaum entgehen. Die Vermehrung fi ndet vor allem durch Rhizome aber auch durch Flugsamen statt. Im Winter öffnen sich die Kolben und entlassen eine riesige
    Menge feiner „Fallschirmli“, welche die leichten Samen in alle Windrichtungen weiter tragen. Mehrere Jahrzehnte lang
    war er fast ausgerottet, als Folge der Gewässerverschmutzung.

Bild: